{"id":530,"date":"2020-04-12T13:24:24","date_gmt":"2020-04-12T13:24:24","guid":{"rendered":"http:\/\/rechtsanwaeltin-jakob.de\/?p=530"},"modified":"2021-07-07T13:36:13","modified_gmt":"2021-07-07T13:36:13","slug":"gesetzliche-erbfolge-trotz-testament","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/rechtsanwaeltin-jakob.de\/?p=530","title":{"rendered":"Gesetzliche Erbfolge trotz Testament"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"color: #0c9900;\"><strong>Gesetzliche Erbfolge trotz Testament?<\/strong><\/span><\/h2>\n<p>Die Auslegung von Testamenten ist immer wieder Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten im Erbrecht. Die Formulierungen der Erblasser, aber auch das, was nicht niedergeschrieben wurde, l\u00e4sst oft Raum f\u00fcr Interpretationen.<\/p>\n<p>Ein eindrucksvoller Fall, wozu eine fehlende Regelung f\u00fchren kann, zeigt der Beschluss des OLG M\u00fcnchen vom 11.03.2020 (31 Wx 10\/20).<\/p>\n<h2>Gemeinschaftliches Testament mit L\u00fccken<\/h2>\n<p>Ein Ehepaar hatte ein gemeinschaftliches Testament aufgesetzt. Dort hatten die Ehegatten allerdings nur geschrieben, dass der gemeinsame Sohn 1 Alleinerbe sein soll, wenn beide verstorben sind. Der gemeinsame Sohn 2 sollte enterbt sein.<\/p>\n<h2>Und nun? &#8211; Auslegung des Testaments<\/h2>\n<p>Nachdem ein Ehepartner verstorben war, beantragte nun der \u00fcberlebende Ehegatte einen Erbschein, der ihn als Alleinerbe ausweisen sollte. Aus dem Gesamtzusammenhang des Testaments sei der Wille der Ehegatten erkennbar, sich bei dem Tod des Erstversterbenden gegenseitig zu Alleinerben einzusetzen. In jedem Fall sei aber ersichtlich, dass Sohn 2 auch bei dem Tod des Erstversterbenden ausgeschlossen werden sollte und keine gesetzliche Erbfolge eintreten sollte.<\/p>\n<h2>Der wirkliche Wille des Erblassers z\u00e4hlt.<\/h2>\n<p>Das OLG M\u00fcnchen folgte bei der Nachpr\u00fcfung der erstinstanzlichen Entscheidung nicht dieser Auffassung. Zun\u00e4chst gab es keine ausdr\u00fcckliche Erbeinsetzung f\u00fcr den l\u00e4nger lebenden Ehegatten. Auch eine individuelle Auslegung des Testaments ergab keine Erbeinsetzung des \u00fcberlebenden Ehegatten.<\/p>\n<h2>Die Erbeinsetzung kann nicht hinzugedacht werden.<\/h2>\n<p>Grunds\u00e4tzlich kommt es bei der Auslegung eines Testaments auf den wirklichen Willen des Erblassers an. Dabei ist es wichtig, nicht am buchst\u00e4blichen Sinn der Formulierungen zu haften. Gleichwohl ist die Einhaltung gewisser Formen f\u00fcr die Errichtung eines Testaments ma\u00dfgeblich und unumg\u00e4nglich. Ist eine Erbeinsetzung in einem Testament nicht enthalten und auch nicht einmal angedeutet, so kann sie nicht hinzugedacht werden. Sie entspricht schlicht nicht den gesetzlichen Formerfordernissen. Wenngleich Ehegatten sich \u00fcblicherweise gegenseitig bedenken, ist dies nicht vorgeschrieben und kann nicht unterstellt werden.<\/p>\n<p>Unter Ber\u00fccksichtigung dieser Umst\u00e4nde f\u00fchrte das unvollst\u00e4ndige Testament im Ausgangssachverhalt dazu, dass genau der Fall eingetreten ist, der eigentlich verhindert werden sollte. Sohn 2 war nun gesetzlicher Erbe und konnte somit auf s\u00e4mtliche Nachlasswerte zugreifen.<\/p>\n<h2><strong>Im Testament eine Regelung zu vergessen, kann fatale Folgen haben. Machen Sie es richtig!<\/strong><\/h2>\n<p>Dieser Fall zeigt deutlich, welche Konsequenzen eintreten k\u00f6nnen, wenn man sich vor der Errichtung eines Testaments nicht beraten l\u00e4sst. Machen Sie nicht den gleichen Fehler bei der Errichtung Ihres Testaments. Rufen Sie mich einfach an und ich berate Sie hierzu gerne.<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Ihre Monika Jakob<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gesetzliche Erbfolge trotz Testament? Die Auslegung von Testamenten ist immer wieder Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten im Erbrecht. Die Formulierungen der Erblasser, aber auch das, was nicht niedergeschrieben wurde, l\u00e4sst oft Raum f\u00fcr Interpretationen. Ein eindrucksvoller Fall, wozu eine fehlende Regelung f\u00fchren kann, zeigt der Beschluss des OLG M\u00fcnchen vom 11.03.2020 (31 Wx 10\/20). Gemeinschaftliches Testament mit &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"http:\/\/rechtsanwaeltin-jakob.de\/?p=530\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[17,22,18],"class_list":["post-530","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news","tag-auslegung","tag-erbeinsetzung","tag-gesetzliche-erbfolge","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/rechtsanwaeltin-jakob.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/530","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/rechtsanwaeltin-jakob.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/rechtsanwaeltin-jakob.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/rechtsanwaeltin-jakob.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/rechtsanwaeltin-jakob.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=530"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/rechtsanwaeltin-jakob.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/530\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":531,"href":"http:\/\/rechtsanwaeltin-jakob.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/530\/revisions\/531"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/rechtsanwaeltin-jakob.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=530"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/rechtsanwaeltin-jakob.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=530"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/rechtsanwaeltin-jakob.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=530"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}